WISSENSWERTES
Vielleicht überrascht es dich ja auch wie mich damals: Hunde brauchen deutlich mehr Ruhe, als wir Menschen oft denken.
So viel Schlaf? Ja – und es ist völlig normal!
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Welpen schlafen bis zu 22 Stunden am Tag. Unglaublich, oder? Aber nur so können sie all die neuen Eindrücke verarbeiten und gesund wachsen.
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Erwachsene Hunde brauchen immer noch 16–20 Stunden Ruhezeit täglich. Auch wenn sie munter wirken – ihr Körper und Geist brauchen Pausen.
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Kranke Hunde dürfen (und sollen) sogar noch mehr schlafen, um Kraft zu tanken und sich zu erholen.
Mit Ruhe meine ich nicht, dass dein Hund 20 Stunden am Stück schlafen muss. Es geht vielmehr darum, dass er wirklich abschalten darf – entspannt liegt, Stress abbaut und einfach mal nichts tun muss. Besonders nach aufregenden und spannenden Momenten wie Ausflügen, Begegnungen oder Trainingseinheiten ist das Gold wert.
👉 Warum das wichtig ist:
Fehlt diese Ruhe, kann sich das schnell im Verhalten zeigen – Hunde wirken überdreht, bellen mehr oder entwickeln Verhalten, das uns im Alltag herausfordert.
💡 Mein Tipp: Achte im Alltag bewusst auf kleine Pausen. Schaffe deinem Hund feste Rückzugsorte, an denen er ungestört entspannen darf. Manchmal ist das größte Geschenk, das wir unseren Hunden machen können: ihnen einfach Zeit zum Durchatmen zu geben.
Genug trinken – wie viel ist richtig?
Trinken ist für Hunde genauso wichtig wie für uns. Als Orientierung gilt: ca. 50–80 ml Wasser pro kg Körpergewicht und Tag – je nach Temperatur, Aktivität und Futter.
Bei großer Hitze oder viel Bewegung kann es mehr sein.
(Beispiel: 20 kg Hund ⇒ 1,0–1,6 l/Tag).
Futter macht den Unterschied
Hunde mit Trockenfutter brauchen oft mehr Wasser als Hunde mit Nassfutter, weil im Futter weniger Feuchtigkeit steckt.
So unterstützt du deinen Hund
- Stell mehrere Trinkplätze bereit, Wasser frisch & sauber, eher kühl bis zimmerwarm.
- Du kannst Wasser mit etwas ungesalzener Brühe schmackhaft machen – WICHTIG – ohne Zwiebel/Knoblauch und ohne Xylit/Xylitol (giftig). Außerdem ist hier weniger mehr, es gibt Hunde die dann Wasser verschmähen, weil sie wissen es könnte besseres geben 😉
- Für Unterwegs: Übe erst zu Hause, in ruhiger Umgebung, das Trinken aus der Flasche, dem Reisenapf oder deiner Hand. Starte mit kleinen Mengen und lobe ruhig.
Wann zum Tierarzt?
Trinkt dein Hund mehrere Tage deutlich zu viel oder zu wenig, lasse es bitte bei deinem Tierarzt abklären – als Richtwert: unter 50 ml/kg/Tag oder über 100 ml/kg/Tag, zusätzlich bei Symptomen wie Mattigkeit, wenn er sehr viel oder wenig Urin absetzt, bei Erbrechen oder Fieber.
💡 Mein Tipp: Nimm vor allem an warmen Tagen immer kühles, frisches Wasser mit – das macht Pausen für euch beide angenehmer.
Ein Hund, der sich in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung befindet, kann verschiedene Symptome zeigen, die oft fließend ineinander übergehen, bevor er in eine lebensbedrohliche Situation – einen sogenannten Schock – fällt.
⚠️ Warnzeichen
- Taumelnder Gang, unsichere Bewegungen und Koordinationsprobleme
- ungewöhnlich ruhig oder ängstlich
- Der Hund wirkt geschwächt oder apathisch
- Flache, schnelle Atmung
- Schneller, schwacher Puls
- Kühle Ohren, Pfoten und Rutenspitze
- blasse, bleich wirkende Schleimhäute (Zahnfleisch, unteres Augenlid)
- Zittern, als würde er frieren
🔍 Ursachen dafür können sein:
- Sonnenstich oder Hitzschlag
- Magendrehung
- Vergiftungen durch z.B. Xylit, Schokolade, Medikamente oder Pflanzenschutzmittel
- Starke Blutungen durch einen Unfall oder Trauma, z.B. Verkehrsunfall oder Bissverletzung
- innere Blutungen (Trauma oder Tumore)
- starke allergische Reaktion, z.B. nach Insektenstich
- Schlangenbiss (einheimische Giftschlangen wie Kreuzottern und Aspisviper injizieren körperfremde Eiweiße, die zum anaphylaktischen Schock führen können)
- Verbrennungen
👉 Wichtig: Bei all diesen Ursachen gilt: kontaktiere sofort deinen Tierarzt. Das sind akute Notfälle! Versuche so ruhig wie möglich zu bleiben, bringe deinen Hund in die Seitenlage und sichere ihn für den Transport – hier zählt jede Minute!
🆘 Was du jetzt machen kannst – Erste Hilfe bis zur Klinik
- Keine unnötigen Risiken eingehen, die Eigene Sicherheit geht immer vor
- Lebensgefährdende Ursachen beheben, z.B. starke Blutungen mit einem Druckverband versorgen
- Tierarzt oder Tierklinik über Anfahrt und wenn möglich Ursache informieren. Außerdem stellt man sicher, dass die Praxis geöffnet ist bzw. jemand anwesend ist, sobald man eintrifft
- wenn möglich Helfer organisieren
- Sicher lagern für den Transport
- Wärmen mit einer Decke falls dein Hund friert
- Stress und Bewegung wenn möglich vermeiden
- Bewusstsein und Atmung wiederkehrend kontrollieren
- Keine Gabe von Wasser, Futter oder Medikamenten
💡 Mein Tipp:
Übe in ruhigen Momenten, den Puls an der Innenseite des Oberschenkels zu tasten – dann findest du ihn im Ernstfall schneller. Und grundsätzlich gilt: Bist du dir unsicher oder sagt dir dein Bauchgefühl, das etwas nicht stimmt – lieber einmal mehr zum Tierarzt, als einmal zu wenig.
⚠️ Warnzeichen
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Starkes Hecheln
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glasiger Blick
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Taumelnder Gang, unsichere Bewegungen oder Koordinationsstörungen
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apathisch oder unruhig
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Heiße Körperoberfläche (v. a. Kopf/Leiste), rote oder später blasse Schleimhäute
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Erbrechen/Diarrhö
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ggf. Krämpfe
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Bewusstseinsstörungen bis Bewusstlosigkeit
🔍 häufige Ursachen und Risikofaktoren
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Hohe Außentemperatur, direkte Sonne, hohe Luftfeuchte
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Im Auto, in stickigen Räumen oder beim Sport ohne Pausen und Wasser
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Kurzköpfige Rassen
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Übergewicht
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Herz-/Atemwegserkrankungen
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sehr jung oder sehr alt
🆘 Was du jetzt machen kannst – Erste Hilfe bis zur Klinik
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Sofort aus der Sonne in den Schatten oder in einen kühlen Raum
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Tierarzt anrufen.
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Sanft kühlen (nicht eiskalt):
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mit kühlem Wasser befeuchten (Bauch, Leisten, Brust, Pfoten)
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nasse Tücher häufig wechseln, für Luftzug sorgen (fächern/ventilieren)
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kein Eiswasser
- kein kaltes Abduschen oder Übergießen – die schnelle Abkühlung belastet den Organismus zusätzlich.
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keine Kühlpacks direkt auf die Haut
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Trinken nur anbieten, wenn dein Hund wach ist und schlucken kann: nur kleine Mengen, nicht eiskalt.
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Schnell in die Klinik, schonend transportieren.
💡 Mein Tipp:
Bei Wärme Training reduzieren, ausreichend Pausen & Wasser anbieten, nie unbeaufsichtigt im Auto lassen.
Hinweis: ersetzt keine tierärztliche Diagnose – auch hier zählt jede Minute!
⚠️ Warnzeichen
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Humpeln, Pfote kann nicht belastet werden
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Lecken/Benagen der Pfote
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Abwehrreaktion bei Berührung
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Sichtbare Wunde, Blutung oder Fremdkörper
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Geschwollene und warme Pfote
- Schmerzlaute, wie quietschen oder aufjaulen
🔍 Typische Ursachen
- Scherben
- Dornen
- spitze Steine, Nägel oder Metall
- scharfkantiges Eis
- heißer Asphalt
- Salz
- chemische Reize
⚕️ Erste Hilfe – so gehst du vor
- Sicherheit zuerst: sichere deinen Hund. Bei starken Schmerzen können auch die eigenen Hunde plötzlich zubeißen, verwende deswegen unbedingt einen Maulkorb oder eine Maulschlinge
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Blutung stoppen: sollte die Wunde stark bluten, muss zuerst die Blutung gestoppt werden. Lege hierfür einen Druckverband an, belasse diesen für 10 Minuten, ohne wiederholt nachzuschauen
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Reinigen: Spüle die Pfote danach mit klarem, sauberem Wasser, schneide die Haare vorsichtig zurück. Falls du ein geeignetes Desinfektions-/ Wundspray für Hunde hast, desinfiziere die Wunde großzügig.
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Untersuche die Pfote
- Verwende immer gutes Licht, um die Wunde gut sehen und beurteilen zu können
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Fremdkörper die oberflächlich und gut greifbar sind, kannst du vorsichtig mit einer Pinzette entfernen.
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Bist du dir unsicher oder steckt ein Fremdkörper tief im Gewebe, lasse den Tierarzt den Fremdkörper rausziehen. Polstere ihn z.B. mit Mull oder Watte gut ab, damit er nicht verrutscht.
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Verband anlegen: Bevor du den Verband anlegst, desinfiziere erneut die Wunde. Polstere dann Zehenzwischenräume, Pfote und Wolfskralle weich aus. Danach bandagierst du mit Mull- oder selbsthaftender Binde die Pfote, achte darauf das der Verband nicht zu eng, aber auch nicht zu locker sitzt.
Merker: 2-Finger-Regel unter dem Verband; Zehen regelmäßig auf Durchblutung/Schwellung prüfen.
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Rutschfest fixieren: Damit der Verband nicht rutscht, bandagierst du das nachliegendste Gelenk mit ein.
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Schutz: Draußen Pfotenschuh/Beutel über den Verband gegen Nässe/Schmutz.
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Schonung & Transport: Hund ruhig halten, Pfote entlasten, Tierarzt kontaktieren und Vorstellung vorbereiten.
👉Wichtig
Fahre bei anhaltender Blutung, tiefen Wunden oder feststeckendem Fremdkörper sofort zum Tierarzt. Lasse kleinere Wunden oder Schnitte zeitnah kontrollieren, um Infektionen auszuschließen.
💡 Mein Tipp:
Stell dir eine kleine Erste-Hilfe-Box für deinen Hund zusammen – mit Mullbinden, sterilen Kompressen, Schere, Pinzette und Desinfektionsmittel. So bist du im Ernstfall vorbereitet, bis du beim Tierarzt bist.
Kontakt
Dein nächster Schritt
Manchmal reicht ein erster Impuls, dass es sich leichter anfühlt. Ich bin an eurer Seite – verständnisvoll, alltagstauglich, auf euch abgestimmt. Schreib mir auf dem Weg, der für dich am besten passt.
Hundeschui Dahoam
Kirmaierstraße 29
84561 Mehring

